Die Moderne als Kunstepoche

Die kunsthistorische Epoche der Moderne fand ihren Höhepunkt im 20. Jahrhundert mit den damals revolutionären Werken der Fauves, Expressionisten, Kubisten, Futuristen und Avantgardisten. Zu Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland wurden viele dieser Künstler und ihre Werke als “entartete Kunst” abgestempelt. Gemälde wurden vernichtet oder gerieten in Vergessenheit, um erst später wiederentdeckt zu werden. Die Künstler dieser Epoche wurden in Deutschland verfolgt und flohen ins Exil, von wo aus die späteren Kunstwerke der Moderne entstanden. Auch Stalin war kein Freund der Moderne, sondern zog den Klassizismus und den Sozialistischen Realismus vor.

Bekannte Vertreter der Moderne sind die Maler Pablo Picasso, Henri Matisse, Max Beckmann, Paul Klee, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Marc Chagall. Auch Architekten wie Le Corbusier, Frank Lloyd Wright, Adolf Loos, Konrad Wachsmann, Ernst May, Oscar Niemeyer und Ludwig Mies van der Rohe werden der Moderne zugeordnet. Im Zusammenhang mit der Architektur der Moderne ist das deutsche Bauhaus, das einen bedeutenden Einfluss auf die gesamte Kunst und Kultur der Moderne ausübte, besonders hervorzuheben.

Das Bauhaus – Wiege der Klassischen Moderne und Avantgarde

Als das Bauhaus 1919 von Walter Gropius als Kunstschule gegründet wurde, war es etwas völlig Neuartiges, denn in seiner Konzeption führte es Handwerk und Kunst zusammen. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und entwickelte sich schnell zu der einflussreichsten Schule für Architektur, Kunst und Design in Europa. Heute wird das Bauhaus weltweit als Wiege der Klassischen Moderne und Avantgarde anerkannt. Der Einfluss des Bauhauses auf allen Gebieten der freien angewandten Kunst und Architektur hält an bis in die Gegenwart und prägt das Bild vieler modernistischer Strömungen. So entstanden aus den Arbeiten und Entwürfen der Schüler und Lehrer des Bauhauses die Neue Sachlichkeit, der Funktionalismus, die Klassische Moderne, Internationaler Stil und Neues Bauen.