Italienische Kunst

Italien ist weltbekannt für seine Kunst und Architektur, die nach 1300 zu voller Eigenständigkeit gelangte. Über die Jahrhunderte hat die italienische Kunst nie ihren Bezug zu der Kunst der Antike und ihre Verschmelzung mit dem christlichen Glauben verloren. Selbst im 20. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart knüpfte die italienische Kunst in ihren eigenständigsten Phasen noch an die klassische Tradition der Antike an.

Die italienische Kunst ist von städtischer Kultur geprägt, wobei Städte wie Venedig, Rom und Florenz jeweils ihren eigenen Stil prägten. Die Stadtkulturen waren eigenständig und konkurrierten miteinander in einem Land, das erst im 19. Jahrhundert seine staatliche Einheit errang.

Ab dem Mittelalter wurde die italienische Kunst durch Impulse von außen geprägt, insbesondere aus Byzanz, Deutschland, Frankreich und naheliegenden islamischen Ländern. Diese Einflüsse wirkten zu verschiedenen Zeiten und prägten die verschiedenen Kunstlandschaften, Epochen und Blütezeiten der italienischen Kunst. Sie sind auch der Grund für den einzigartigen Reichtum und die Vielfältigkeit der italienischen Kunst. Auch wurde die Kunst in Italien durch kirchliche Würdenträger und weltliche Machthaber stets großzügig gefördert. Die Kunst wurde in Italien stets als eine Bereicherung des Lebens angesehen, und eine Trennung zwischen profaner und sakraler Kunst gab es nicht.

Bedeutende italienische Künstler

Raffael – Der Maler der Engel

Raffael ist neben Michelangelo und Leonardo da Vinci einer der bedeutendsten Maler der italienischen Hochrenaissance. Er arbeitete als Maler am päpstlichen Hof und in Florenz und war ebenfalls Bauleiter des Petersdoms in Rom. Schon als Kind wurde er erstmals in der Malerei ausgebildet, und bereits als Elfjähriger wurde er als Schüler in die Werkstatt des großen Malers Perugino aufgenommen, um bei der Innenbemalung der Sixtinischen Kapelle mitzuwirken.

Als Schüler von Perugino gelang es ihm, sich dem Stil des Meisters so weit anzunähern, dass die Werke der beiden Maler aus dieser Zeit nur mit Mühe zu unterscheiden sind. Schon bald stellte er jedoch seinen Lehrer in den Schatten und entwickelte seinen eigenen lebendigen Stil, in dem andere Farbtöne dominieren und das Landschaftselement eine neue Bedeutung einnimmt. Neben Perugino ließ sich Raffael auch von der Klarheit der geometrisch gestalteten Bilder des Piero della Francesca beeinflussen.

Sein bekanntestes Werk ist die Sixtinische Madonna, die in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden ausgestellt ist.

Leonardo da Vinci – Das Universalgenie

Leonardo da Vinci war nicht nur ein Architekt, Bildhauer und Maler, sondern auch ein Naturphilosoph, Ingenieur, Mechaniker und Anatomiker. Er interessierte sich praktisch für das ganze Panorama der Wissenschaften und Künste seiner Zeit und gilt heute als einer der größten Universalgelehrten aller Zeiten. Seine bekanntesten Werke sind die anatomische Proportionsstudie “Der vitruvianische Mensch” und die “Mona Lisa”.

Canaletto – Der Maler von Venedig

Im Venedig des 18. Jahrhunderts gab es zwar schon Touristen aus dem Ausland, aber noch keine Ansichtskarten. Wohlhabende Besucher gingen in die Malerwerkstätten, um sich dort sogenannte Veduten malen zu lassen, gemalte Ansichten von Venedig, die sich zuhause vorzeigen ließen. Cantaletto galt wegen seiner fotorealistischen und detailreichen Maltechnik als der beste Vedutenmaler Venedigs. Die meisten seiner Gemälde befinden sich in Privatsammlungen sowie englischen und deutschen Museen.